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Das Wort Oldtimer, das heute in aller Munde ist, stammt eigentlich aus dem Englischen und bedeutet nichts anderes, als "Älterer Mensch". Zutreffend für alte Fahrzeuge wäre eigentlich mehr der Begriff "Veteran" oder "Klassisches Fahrzeug", je nach Baujahr.

Das Sammeln von Oldtimern, einst ein Hobby von einigen wenigen, müde belächelten Enthusiasten, wurde seit Mitte der achtziger Jahre zum heißen Geheimtipp für Geldanleger. Doch dem schnellen Anstieg der Preise folgte eine rasante Talfahrt und für viele eine große Ernüchterung.

Zwischenzeitlich waren die ehemaligen Liebhaber dieser Fahrzeuge wieder unter sich und die Preise zum Einsteigen fast wieder so günstig wie etwa 1987. Nach einer Konsolidierung Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts befanden wir uns wieder in einer Anstiegphase der Preise; besonders hoch wurden perfekte Fahrzeuge, sowie Renn- und Wettbewerbswagen gehandelt.

Aus dem Hobby Oldtimer sammeln und restaurieren entwickelte sich dann in der 2. Hälfte der 80er und 90Jahre wieder ein riesiges Geschäft.

Verwirrt schauten sich die einst so belächelten Oldtimerbesitzer in der "neuen" Szene um; ölige Ersatzteile gab es nun nicht mehr auf dem Schrottplatz, sondern geputzt und gut sortiert bei den neuen Händlern der Szene für gehobene Preise.

Auch wurden Nachfertigungen lang gesuchter Teile angeboten, anfänglich mitunter in minderer Qualität, im Laufe der Jahre dann jedoch besser werdend. Eine ganze Zuliefererindustrie war entstanden. Die berühmten Scheunenfunde" wurden immer seltener. Stattdessen gab es mehr frisch lackierte und hochglanzpolierte Fahrzeuge in gleißendem Scheinwerferlicht großflächiger Verkaufsräume.

Seit dem Tode von Enzo Ferrari und dem Anstieg seiner Sportwagen kletterten die Preise bei allen ehemals teuren und hochkarätigen Fahrzeugen mehr oder weniger rasant an.

Ausgelöst wurde dies auch durch die blinde Kaufwut von wohlhabenden Japanern. Aus 4-stelligen Summen wurden 6- bis 7 stellige Preise. Wem es finanziell gut ging, der suchte seinerzeit nach Anlagemöglichkeiten für wohl überschüssiges Geld, und das war Ende der neunziger Jahre noch in großen Mengen im Umlauf.

Während die einen ihr Geld auf die Bank brachten oder Aktien kauften, legten die anderen ihr Geld in Antiquitäten oder Gemälde an. Für viele sinnvoller erschien jedoch, der Entwicklung entsprechend, ihr Geld in Gütern anzulegen, die zusätzlich auch einen praktischen Nutzwert hatten. Die fahrbare Aktie "Auto" war erfunden. Die Jugenderinnerung an einen Mercedes Benz 190 SL, gut restauriert, war zwar teuer, aber der Preisanstieg schien vorprogrammiert. So angelockt kamen immer mehr Oldtimerbesitzer in die Szene, die ihr Kulturgut nicht einmal fuhren, sondern in Garagen ließen, bis der erhoffte Preisanstieg einen Wiederverkauf lohnen ließ.

Fahrzeuge, besonders damals jenseits der 50.000€ Grenze, verschwanden quasi völlig aus dem Straßenbild und konnten nur noch auf Auktionen zu immer teureren Preisen bewundert werden.

Die Stilblüten wurden sogar so weit getrieben, dass die Fahrzeuge zwar den Besitzer wechselten, nicht jedoch den Standort. Als sich aus wirtschaftlicher Not Anfang der neunziger Jahre die japanische Käuferschicht aus dem Oldtimermarkt zurückzog, entstand ein Vakuum, das nicht mehr aufgefüllt werden konnte. Es wurde dann versucht, auf Versteigerungen durch das Selbstersteigern eines Fahrzeuges die Preise noch für eine Weile künstlich hochzuhalten.

Das gelang jedoch nur kurzfristig. Fast über Nacht stürzten die Preise der Oldtimer, besonders heftig der Fahrzeugmarken, die auch rasant gestiegen waren. Da die Aktie "Oldtimer" oftmals auch großzügig von Banken finanziert worden war und die Besitzer durch die geänderte Marktsituation ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen konnten, wurden die Kreditinstitute ungewollt Besitzer großer Kontingente historischer Fahrzeuge, die sie, um zu retten was zu retten war, für günstiges Geld versteigerten, was den Preisverfall nur noch beschleunigte.

In dieser Zeit stieg auch die Kriminalitätsrate auf dem Sektor an, weil gewisse Oldtimerbesitzer, die den starken Preisverfall an ihrem Fahrzeug aufzufangen zu versuchten, indem mit Hilfe eines Gefälligkeitsgutachtens der Wert des Autos deutlich höher angesetzt wurde, als es der Realität entsprach. Das Fahrzeug, das zu dem im Gutachten ausgewiesenen Wert versichert wurde, verschwand seinerzeit mitunter recht kurzfristig auf Nimmerwiedersehen.

In den letzten 10 Jahren des jetzigen Jahrhunderts erzielte man mit klassischen Fahrzeugen wieder eine Traumrendite. Aus meiner Sicht stagniert der Markt zurzeit beziehungsweise Fahrzeuge (gerade Luftgekühlte) sind bestenfalls wertstabil. Sollte sich die Preisentwicklung am Ende des letzten Jahrhunderts wiederholen ist davon auszugehen, dass hochpreisige Fahrzeuge wohl deutlich an Wert verlieren werden. Ausgenommen sind naturgemäß hier seltene, historisch bedeutsame Fahrzeuge. Auch Fahrzeuge aus den 70er beziehungsweise 80er Jahren des letzten Jahrhunderts (BMW E3 – E12, Mercedes W123 – W126, sowie Tuningfahrzeuge – Alpina, AMG usw.) die sich zurzeit in einem Bereich von 20.000.-€ bis 60.000.-€ bewegen werden wohl kaum einen „größeren“ Wertverlust erfahren.

Die in jüngster Zeit in Internetauktionen beziehungswiese auf Onlineplattformen angebotenen Oldtimer und Klassiker, die als „Scheunenfunde" und „Erbstücke" angeboten werden, erweisen sich für dem Käufer oft als Schrott oder zumindest als langjährige Baustellen.

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